Kontrollbohrungen nahe einer Erdgas-Hochdruckleitung

Mit sorgfältig durchgeführten Kontrollbohrungen und der anschließenden Auswertung der Bohrkerne konnte die GKB-Bergbau GmbH die Sicherheit einer Erdgas-Hochdruckleitung im Lavanttal vor altbergbaulich bedingten Erdfällen dokumentieren.

Im Raum Wolfsberg führte die GKB-Bergbau GmbH (GKB) in den Jahren 2009/10 zahlreiche Untersuchungs- und Sicherungsprojekte durch, wobei seicht gelegene Grubenbaue des ehemaligen Grubenbetriebes St. Stefan/Wolkersdorf der LAKOG untersucht wurden. Die dort festgestellten Hohlräume und Auflockerungszonen wurden lage- und erosionsbeständig verfüllt und dadurch stabilisiert.

In diesem Zeitraum wurde auch ein durch seichte Unterbauung bergbaulich beeinflusster Bereich entlang der Erdgas-Hochdruckleitung Ettendort–Frantschach (KELAG Netz GmbH) untersucht, am Grundstück Nr. 293/1 der KG St. Marein (77244). Die dort angetroffenen Hohlräume und Lockerbereiche hat die GKB damals stabilisiert.

Im Herbst 2024 traten auf der landwirtschaftlich genutzten Parzelle zwei Schadensfälle (Abbildung 1) in unmittelbarer Nähe zur Erdgasleitung auf.

Die GKB kam ihrer Verantwortung als Bergbauberechtigte nach, sicherte als Erstmaßnahme die entstandenen Pingen ab und füllte sie mit Drainageschotter auf. Danach wurde das ausgehobene Material verdichtet wieder eingebaut und die bearbeitete Fläche abschließend mit Humus überdeckt und rekultiviert.

Im Frühjahr 2025 leitete die GKB zusätzliche Kontrolluntersuchungen im betroffenen Areal ein, um den Verwahrungszustand der Strecken unter der Gasleitung zu erheben (Abbildung 2). Die Erdgas-Hochdruckleitung wurde freigelegt. Aus einem Sachverständigen-Gutachten ging hervor, dass das Gasrohr bei einem Erdfall sein Eigengewicht auf eine Distanz von mehr als 5 m tragen kann, nicht jedoch, wenn das Gewicht des Überschüttungsmaterials zusätzlich wirksam wird.

Insgesamt führte die GKB drei Kontrollbohrungen durch (Abbildung 3). Damit konnte die gute Qualität der Verfüllungen bestätigt werden.

Die Bohrungen wiesen den firstbündigen Versatz der Hohlräume mit „Stollen-SSM“ nach. Die erbohrten Abschnitte zeigten einen satten Anschluss an das umgebende Gebirge.

Die GKB beauftrage ein akkreditiertes Betonprüflabor mit Druckfestigkeitsprüfungen. Diese ergaben einen Mittelwert von 16 N/mm². Insgesamt lagen die Druckfestigkeiten der aus den SSM-Kernabschnitten gewonnenen Prüfstücke über dem geforderten Maß von 2 N/mm².

Die Ergebnisse bestätigen somit auch nach 15 Jahren die Lage- und Erosionsbeständigkeit des Versatzmaterials.

Die GKB stimmte alle Untersuchungsarbeiten mit dem Leitungsträger, der Stadtgemeinde Wolfsberg, der Montanbehörde und mit dem Grundeigentümer ab.

Die Auswertung der Bohrkerne zur Beurteilung der Verfüllsituation unter Tage und der Materialeigenschaften lassen darauf schließen, dass die Erdgas-Hochdruckleitung zukünftig nicht durch Erdfälle beeinträchtigt werden kann.

(Markus Troger)